Niemand sollte sich selbst zum Tode verurteilen

Patientenverfügungen behindern die ärztliche Kunst

Mönchengladbach, den 23. März 2016. Es hat Jahrtausende gebraucht, bis die ärztliche Kunst es geschafft hat, die allgemeine Lebenserwartung der Menschen spürbar zu erhöhen. Seit Jahren ist eine Diskussion im Gange, die ärztliche Kunst müsse beschränkt werden.

Den Menschen wird eingeredet, sie müssten Patientenverfügungen verfassen, um die Ärzte daran zu hindern, die ärztliche Kunst voll auszuschöpfen. Von dieser Hysterie sind oft auch Ärzte betroffen, die sich gar nicht mehr trauen, den Angehörigen von alten und kranken Menschen lebenserhaltende Maßnahmen vorzuschlagen. Deutschland entwickelt sich zu einer lebensverneinenden Gesellschaft.

Wer gesund ist, kann sich nicht vorstellen, in eine Situation zu kommen, wo es um Leben oder Tod geht. Man ist bereit, eine Patientenverfügung zu unterschreiben. Bei todkranken Menschen ist es anders. Der Selbsterhaltungstrieb ist die Triebfeder des Lebens. Der Selbsterhaltungstrieb sorgt dafür, dass Patienten auch lebensgefährlichen Operationen zustimmen in der Hoffnung auf Genesung.

Wie man die Ärzte daran hindert, ihre ärztliche Kunst voll auszuschöpfen, ist zur Genüge besprochen worden. Mustertexte wurden verbreitet. Aber wie die Menschen sich davor schützen können, dass lebenserhaltende Maßnahmen nicht eingeleitet oder abgebrochen werden, wird nirgendwo diskutiert.

Autor: Wilhelm Klumbies, D-41065 Mönchengladbach

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