Der Flughafen Mönchengladbach soll ab 2023 ausgebaut werden
Dafür wird die Trabrennbahn Mönchengladbach abgerissen

Mönchengladbach, 16. Juni 2021. Der traditionsreiche Trabrennsport hat in Mönchengladbach keine Zukunft mehr. Stattdessen soll der Flughafen Mönchengladbach ab 2023 ausgebaut werden. Der Pachtvertrag mit dem 'Verein zur Förderung des Rheinischen Trabrennsportes e.V.' wurde bis Ende 2022 verlängert. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Entwicklungsgesellschaft der Stadt Mönchengladbach mbH Dr. Ulrich Schückhaus stellte aber klar, die Verlängerung des Pachtvertrages erfolgt nur darum, weil die Trabrennbahn noch nicht für den Ausbau des Flughafens Mönchengladbach benötigt wird.

Die Stadt Mönchengladbach hat derzeit über eine Milliarde Schulden und liegt in Nordrhein-Westfalen an 12. Stelle der am meisten verschuldeten Kommunen in Nordrhein-Westfalen. Die Stadt Mönchengladbach ist gezwungen, nach jedem Strohhalm zu greifen, um den Schuldenberg abzubauen. Traditionen dürfen da keine Rolle spielen.

Das erste Trabrennen auf der Trabrennbahn Mönchengladbach wurde vor 128 Jahren im Jahre 1893 durchgeführt. Die Trabrennbahn Mönchengladbach ist die älteste in Deutschland. Traditionsbewusstsein kann die Stadt Mönchengladbach sich angesichts der hohen Verschuldung nicht leisten.

Trabrennsport ist gemeinnützig. In seinem Urteil vom 22.04.2009 (I R 15/07) hat sich der Bundesfinanzhof mit der Bedeutung des Trabrennsports für die Allgemeinheit befasst:

Andererseits ist die Traberzucht kein Selbstzweck. Traber werden zur Ausübung des Trabrennsports gezüchtet; in der Veranstaltung und dem Abhalten der Rennen erfüllt sich damit zugleich Ziel und Zweck der Zucht. Die Rennen sind daher, auch wenn sie für die Auslese besonders leistungsfähiger und damit zur Weiterzucht geeigneter Tiere unerlässlich sind, doch zugleich auch eine sportliche Veranstaltung. Dies folgt schon daraus, dass an Trabrennen auch Wallache starten. Deren Teilnahme lässt sich nur durch den Reiz des Rennsports mit der Möglichkeit, auch unter Einsatz professioneller Sportler erhebliche Preisgelder zu gewinnen, erklären.
(...)
Auch aus Sicht des hierfür zahlenden Publikums sind sie ein sportliches Ereignis und beliebter Freizeitspaß, dessen Unterhaltungswert durch die Möglichkeit, auf den Ausgang der Rennen zu wetten, zudem erheblich gesteigert wird.
(...)
Derartige Rennsportveranstaltungen unterscheiden sich letztlich in nichts von anderweitigen vergleichbaren Veranstaltungen, wie beispielsweise im Automobil- und Radsport, im Schwimmsport oder in der Leichtathletik. Auch dort geht es neben dem Vergnügen und dem Wettkampf immer auch um die Erprobung und den "Test" von Mensch und Material, gewissermaßen also um Leistungsprüfungen. Dennoch stehen Vergnügen und Wettkampf im Vordergrund.

Die Stadt Mönchengladbach stand vor der Wahl: Kommerz oder Gemeinnutz. Die Stadt Mönchengladbach hat sich für Kommerz entschieden.

Seit 2020 gibt es in Mönchengladbach eine sogenannte Ampel-Koalition zwischen SPD, Grüne und FDP. Wahlgewinnerin war die CDU mit 33,98 %, SPD bekamen 25,17 %, die Grünen 21,24 % und die FDP 5,53 % der Stimmen. Der neue Oberbürgermeister ist von der SPD.

Im Zusammenhang mit dem ab 2023 geplanten neuen Flughafen in Mönchengladbach zeichnet sich ein Konflikt bei den Grünen ab. Die Grünen im Bund wollen alles klimaneutral. Ein klimaneutraler Flugbetrieb ist unmöglich; weniger Flugbetrieb wäre wegen des Klimaschutzes erstrebenswert. Die Grünen in Mönchengladbach wollen Annalena Baerbock vors Schienbein treten und für den Ausbau des Flughafens Mönchengladbach stimmen. Klimaneutralität ist also auch bei vielen Grünen nur ein Mythos. Das Ergebnis der Bundestagswahl 2021 wird Aufschluss darüber geben, ob für die Wählerinnen und Wähler Mythos oder Logos vertrauenswürdiger war.

Autor: Wilhelm Klumbies, D-41812 Erkelenz