Deutschland sorgt für Unfrieden in der Europäischen Union und Polen beteiligt sich daran

Außerhalb Deutschlands lebende Volksdeutsche in der Europäischen Union müssen über Benachteiligungen durch ihre Nachbarn in der Vergangenheit nachdenken und das dem deutschen Staat melden.

Berlin, 21. Juni 2007. Im Streit um die EU-Stimmverteilung verlangte der polnische Premier Jaroslaw Kaczynski die polnischen Toten im Zweiten Weltkrieg zu berücksichtigen. Nach seiner Argumentation hätte Polen heute eine Bevölkerung von 66 Millionen. Bei Abstimmungen in der EU dürfe Polen nicht wesentlich weniger Stimmen erhalten als große Mitgliedstaaten wie Deutschland.

Mit seiner Forderung stieß Jaroslaw Kaczynski auf wenig Verständnis. Man warf ihm vor, mit der Auffrischung von Erinnerungen an den vor 62 Jahren beendeten Zweiten Weltkrieg für Unfrieden in der EU sorgen zu wollen.

Diese Vorwürfe an Jaroslaw Kaczynski sind nicht berechtigt, weil gerade Deutschland andere Staaten dazu eingeladen hat, mit Erinnerungen an die Folgen des Zweiten Weltkrieges aktuelle Politik zu machen und damit für Unfrieden in der Europäischen Union zu sorgen.

Der Deutsche Bundestag hat die am 20.05.2007 in Kraft getretene Änderung des Gesetzes über die Angelegenheiten der Vertriebenen und Flüchtlinge (Bundesvertriebenengesetz - BVFG) beschlossen, dass Volksdeutsche aus den Mitgliedsstaaten der EU Estland, Lettland und Litauen bei ihrem Antrag auf Anerkennung als Spätaussiedler glaubhaft machen müssen, dass sie am 31.12.1992 und auch heute noch unter den Benachteiligungen aufgrund ihrer Eigenschaft als Volksdeutsche zu leiden hatten und haben.

Die Bundesrepublik Deutschland verlangt von den Volksdeutschen in der EU, dass sie über ihre schlechten Erfahrungen mit ihren Nachbarn aus längst vergangener Zeit nachdenken und sich diese vergegenwärtigen. Hingegen darf ein Volksdeutscher aus Russland oder der Ukraine seinen Nachbarn vergeben und mit ihren heute in Frieden zusammenleben.

Die Bundesrepublik Deutschland hat die anderen Mitgliedstaaten in der EU dazu eingeladen, über Feindseligkeiten aus längst vergangener Zeit nachzudenken. Der polnische Premier Jaroslaw Kaczynski ist der erste, der diese Einladung angenommen hat.

Autor: Wilhelm Klumbies, D-41065 Mönchengladbach