Ist die GLADBAU nur noch eine Mogelpackung?

Die Stadt Mönchengladbach ist seit langem nicht mehr an der GLADBAU beteiligt

Mönchengladbach, den 24. Oktober 2013. Die GLADBAU verwaltet ca. 6000 Wohnungen in Mönchengladbach, Rheydt, Wickrath und Odenkirchen. Es sei ihr besonders wichtig, dass den Mietern jederzeit sach- und fachkundige Mitarbeiter zur Verfügung stehen. So jedenfalls präsentiert die GLADBAU sich in der Öffentlichkeit.

Die Wirklichkeit sieht eher trübe aus. So sieht es jedenfalls die 89jährige Erna P., die in Mönchengladbach Rheydt Mieterin bei der GLADBAU war. Sie hatte eine kleine Wohnung mit einem Wohnzimmer und einer Küche. Das Wohnzimmer war auch das Schlafzimmer. Eines Tages bemerkte ihre Tochter, dass die Wand, an der das Bett stand, feucht und schimmelig war. Bei der GLADBAU anzurufen hat keinen Zweck, darum schickte die Tochter ein Fax.

Es war abzusehen, dass die Wand aufgerissen werden musste und die Wohnung für einige Tage wegen der Bauarbeiten unbewohnbar sein wird. Bald darauf meldete sich eine Baufirma aus Düsseldorf, die den Wasserschaden in der Wand beheben sollte. Erna P. konnte während der Bauarbeiten nicht in der Wohnung bleiben. Sie übergab der GLADBAU einen Wohnungsschlüssel. Sie wollte für die Dauer der Reparatur nicht in ein Hotel ziehen, sondern wurde von ihrer Tochter und ihrem Schwiegersohn aufgenommen.

Die Arbeiten zogen sich länger als erwartet hin. Nachdem Erna P. mehr als einen Monat nicht in ihre Wohnung zurückkehren konnte, entschloss sie sich, bei ihrer Tochter und ihrem Schwiegersohn zu bleiben. Die Wohnung bei der GLADBAU wurde zum 31. Oktober 2013 gekündigt.

Das Bett, das neben der feuchten Wand gestanden hatte, war nicht mehr zu gebrauchen und wurde entsorgt. Am 13. September 2013 kam ein Mitarbeiter der GLADBAU, um in Augenschein zu nehmen, was bis zum Ende des Mietverhältnisses in der Wohnung zu erledigen ist. Alle Tapeten mussten von den Wänden entfernt werden. Die Bauarbeiter hatten eine Wand repariert, mit Trockengeräten entfeuchtet und mit Rauchfaser tapeziert und gestrichen. Sollte auch die Tapete von der erst kürzlich tapezierten Wand wieder entfernt werden? Ja, die Tapete muss auch entfernt werden. Die Tochter war erstaunt, denn sie hatte der GLADBAU mitgeteilt, dass es nicht notwendig ist, die Wand zu tapezieren, weil wegen der Kündigung der Wohnung sowieso alle Tapeten entfernt werden müssen. Die Antwort des Mitarbeiters der GLADBAU war, die Mieterin hätte die Bauarbeiter beaufsichtigen müssen, um das Tapezieren der Wand durch die Baufirma zu verhindern.

Und was ist mit dem Bett, das durch den Wasserschaden in der Wand unbrauchbar wurde? Die GLADBAU ist für diesen Schaden nicht haftbar. Und was ist mit der Miete? Immerhin war die Wohnung etwa einen Monat nicht bewohnbar. Die Miete muss auch für die Zeit bezahlt werden, in der die Wohnung durch den Gebäudeschaden unbewohnbar war.

Na sowas! Das ist wohl ein Fall für das Gericht.

Autor: Wilhelm Klumbies, D-41065 Mönchengladbach