Sind die Kleingärtnervereine in Mönchengladbach von Neonazis unterwandert?

Der Vorsitzende des Kreisverbandes Mönchengladbach der Kleingärtner Heinz Josef Claßen (CDU) stellt sich hinter die fremdenfeindlichen Funktionäre

Mönchengladbach, 8. August 2010. So mancher Kleingärtner in Mönchengladbach sieht sich jetzt plötzlich in der Situation, dass er sich im Bekanntenkreis dafür rechtfertigen muss, Kleingärtner zu sein.

Die Kleingärtner in Mönchengladbach halten städtischen Grund und Boden sauber, wofür die Stadtverwaltung ohne die Kleingärtner viel Geld ausgeben müsste. Im Gegenzug dafür können die Kleingärtner von der Stadt Mönchengladbach zu einem Vorzugspreis Kleingärten pachten. Es gibt immer wieder Streitigkeiten über Belanglosigkeiten, beispielsweise ob Gartenzwerge aufgestellt werden dürfen oder ähnliches. Aber politisch sind die Kleingärtner nicht in Erscheinung getreten. In den Satzungen der Vereine ist festgelegt, dass die Kleingärtnervereine politisch neutral sind.

Das Bild von den politisch neutralen Kleingärtnern wurde gestört, als am 8. August 2010 in der kostenlosen Wochenzeitung Extra Tipp am Sonntag Mönchengladbach der Artikel erschien

    Einheimische bevorzugt
    Kleingartenverein Rheydt Pongs will derzeit keine weiteren Migranten aufnehmen

In diesem Artikel wurde der Vorsitzende des Kreisverbandes Mönchengladbach der Kleingärtner e.V. so zitiert:

    Das Problem sei, dass diese Mitglieder, besonders die aus den früheren GUS-Staaten, zwar ihre Vereinsaufgaben erledigten und ihre Gärten pflegten, darüber hinaus nähmen sie aber in keiner Weise am Vereinsleben teil.

Zuvor war am 2. Juni 2009 bei RP-Online (Rheinische Post) der Artikel erschienen

    Mönchengladbach, Kein Kleingarten für Türken

In diesem Artikel wurde der Vorsitzende des Kreisverbandes Mönchengladbach der Kleingärtner e.V. so zitiert:

    Nationale Grenzen in den Kleingartenanlagen könnten für das Gemeinwohl der Kleingärtner gleichwohl wichtig sein, sagt Claßen. "Wir wollen keine Ghettos." Wenn vier Pächter aus den ehemaligen GUS Staaten ihre Gärten nebeneinander hätten, könnte das Probleme geben.

Nebenbei bemerkt: Es gibt keine ehemaligen GUS Staaten. Die GUS (Gemeinschaft Unabhängiger Staaten) bezeichnet den Zusammenschluss verschiedener Nachfolgestaaten der Sowjetunion (UdSSR) seit dem 8. Dezember 1991.

Fremdenfeindlichkeit ist im politischen Leben von Mönchengladbach geächtet. Niemand kann wollen, dass sich unbemerkt von der Öffentlichkeit Neonazis in den Kleingärtnervereinen breit machen. So mancher Kleingärtner sieht sich jetzt plötzlich in der Situation, dass er sich im Bekanntenkreis dafür rechtfertigen muss, Kleingärtner zu sein.

Autor: Wilhelm Klumbies, D-41065 Mönchengladbach