Der Kleingarten kann kein Stück Heimat sein

Die Kleingärtner müssen ihren Kleingarten abgeben, wenn sie alt oder krank und gebrechlich werden.

Mönchengladbach, 8. April 2011. Das Kleingartenwesen ist etwas, mit dem die breite Öffentlichkeit kaum etwas anfangen kann.

Kleingärtner sind Mitbürger, die in der Regel fremden Grund und Boden bewirtschaften, solange sie dazu körperlich in der Lage sind. Sie müssen den Kleingarten abgeben, wenn sie krank oder alt und gebrechlich werden. Der Kleingarten kann kein Stück Heimat sein.

Aufgrund dieser eher düsteren Erwartungshaltung sind die meisten Kleingärtner nicht bereit, konsequent für ihre Rechte einzutreten. Man lässt sich alles gefallen in der Überzeugung, dass auch die Quälgeister eines Tages ihren Kleingarten aufgeben müssen. Alle ihre Bemühungen haben keinen bleibenden Wert.

Diese Einschätzung hat der langjährige Vorsitzende des Kreisverbandes Mönchengladbach der Kleingärtner e.V. Heinz Josef Claßen im Zeitungsartikel Ein großer Kleingärtner der wz-newsline.de (Westdeutsche Zeitung) bestätigt. Dort heißt es:

    Nach mehr als 30 Jahren Ehrenamt gibt Claßen auch seine Parzelle in Dahl auf: Der Garten am inzwischen erworbenen Haus genügt ihm. "Den verwandele ich gerade in einen Kleingarten mit Stangenbohnen, Beerensträuchern und Porree - und genug Platz, damit meine beiden Enkelkinder spielen können."

Somit hat auch ein langjähriger Funktionär im Kleingartenwesen seinen Kleingarten aufgegeben. Das ist kein gutes Vorbild für die jüngeren Kleingärtner.

Autor: Wilhelm Klumbies, D-41065 Mönchengladbach